Keine Frage, Arminia Bielefeld ist die große Überraschungs-Mannschaft der aktuellen DFB-Pokalsaison. Und das nicht nur, weil sie es als einziger Drittligist ins Halbfinale geschafft hat. Sie hat sich auf dem Weg dorthin in allen Spielen gegen höherklassigere Teams durchgesetzt. Los ging’s in der 1. Runde mit einem 2:0-Sieg gegen den Zweitligisten Hannover 96. In der 2. Runde schlug das Team von Trainer Mitch Kniat mit demselben Ergebnis den 1. FC Union Berlin. Anfang Dezember musste sich dann der SC Freiburg in der Schüco-Arena geschlagen geben. Auch beim 3:1 gegen den aktuellen Bundesliga-Sechsten gingen die Bielefelder als verdienter Sieger vom Platz, weil sie mutig spielten, den Gegner hoch anliefen und vorne sehr effektiv waren.
Im Viertelfinale schließlich empfing man vor gut einem Monat den SV Werder Bremen. Wie gegen Union Berlin erzielte Marius Wörl das 1:0 für die Gastgeber, die noch vor der Pause durch ein Eigentor des Bremers Malatini erhöhen konnten. Nach dem Anschlusstreffer von Oliver Burke musste Arminia zwar noch etwas zittern. Der eingewechselte Bremer Amos Pieper setzte in der Nachspielzeit noch einen Kopfball an die Querlatte. Am Ende aber feierten leidenschaftliche Bielefelder mit ihren Fans den Sprung ins DFB-Pokal-Halbfinale.
Auch in der 3. Liga ist für die Ostwestfalen noch ganz viel drin. Am vergangenen Wochenende verpasste der DSC zwar den Sprung auf den Relegationsplatz. Beim 2:2 gegen Hannover 96 II vor fast 24.000 Zuschauern in der Schüco-Arena waren die Gastgeber durch einen Elfmeter von Julian Kania früh in Führung gegangen. Die abstiegsbedrohten Gäste drehten die Partie zwischenzeitlich, ehe Kapitän Mael Corboz mit seinem Ausgleich zumindest noch einen Punkt retten konnte. In der Tabelle bleibt Bielefeld damit auf Rang vier, hat aber acht Spieltage vor Saisonende nur einen Zähler Rückstand auf den Dritten 1. FC Saarbrücken. Auch ein direkter Aufstiegsplatz für die 2. Bundesliga ist durchaus in Reichweite. Nach der enttäuschenden Vorsaison, die Bielefeld nur auf Platz 14 abgeschlossen hatte, herrscht in der laufenden Spielzeit große Euphorie beim Traditionsklub. Und trotz der nicht ganz gelungenen Generalprobe vor dem Halbfinalduell mit der Werkself skandierten die Fans nach dem 2:2 gegen Hannover: „Wir fahren nach Berlin!“
Arminia-Trainer Mitch Kniat machte mit seiner Aufstellung gegen Hannover II deutlich, dass sein Fokus keineswegs nur auf dem Pokalkracher liegt. Der 39-Jährige ließ seine Mannschaft in Bestbesetzung starten. Unangefochtene Nummer 1 im Tor der Arminia ist Jonas Kersken. Davor lässt Kniat meist mit Viererkette spielen, in der Joel Felix und Leon Schneider in der Regel die Innenverteidigung bilden. Auf den Außenverteidiger-Positionen sind Louis Oppie (links) und Christopher Lannert gesetzt. Im zentralen Mittelfeld ist der US-Amerikaner und Kapitän Mael Corboz mit 30 Jahren der erfahrenste Spieler im Team. Zu den Leistungsträgern zählen neben ihm auch Stefano Russo und ein ehemaliger Bayer 04-Profi: Sam Schreck spielte zwischen 2016 und 2019 unterm Kreuz, zunächst in der U19, später auch in der Werkself, für die er zwei Europa-League-Duelle unter dem damaligen Trainer Heiko Herrlich bestritt. Bayer 04-Innenverteidiger Jonathan Tah wird Schreck, seit 2023 in Bielefeld, noch kennen.
Für die offensiven Akzente sorgen im Mittelfeld Marius Wörl und Lukas Kunze sowie im Angriff Julian Kania - mit zwölf Liga-Treffern Top-Torjäger seiner Mannschaft - sowie Joel Grodowski, Isaiah Young und Noah Sarenren Bazee. Lediglich Mittelstürmer Roberts Uldrikis fällt mit einem Kreuzbandriss weiterhin aus.
In der 3. Liga konnte Bielefeld sein Potenzial bislang nicht immer konstant auf den Platz bringen. Erfolgreiche Phasen wechselten sich im Verlauf der Saison immer wieder mal mit schwächeren Wochen ab. Zwischen Dezember 2024 und Anfang Februar verloren die Ostwestfalen vier von sieben Spielen (bei zwei Remis und einem Sieg). Vor allem in den Topspielen gegen die beiden führenden Teams im Tableau Dynamo Dresden (0:3) und Energie Cottbus (0:2) enttäuschte Arminia. Im Pokal-Wettbewerb musste Bielefeld zwar erst zwei Tore schlucken, ließ aber trotzdem mit 65 gegnerischen Schüssen aufs eigene Tor so viele zu wie kein anderer Teilnehmer.
In der 3. Liga kassierten die Arminen in bislang 30 Spielen nur 32 Gegentore und damit so wenige wie kein anderes Team. Neunmal behielten sie eine Weiße Weste. Das Bielefelder Erfolgsrezept für die Defensive beschreibt Sam Schreck so: „Wir verteidigen eklig, sind sehr griffig und haben eine hohe Intensität. Deshalb ist es für unsere Gegner extrem schwer, Tore gegen uns zu erzielen.“ Der ehemalige Leverkusener hat in den vergangenen Wochen als unermüdlicher Malocher regelmäßig in der Startelf gestanden.
Vollgas geben sie freilich alle im Team. Die Bielefelder erreichen mit durchschnittlich 120,9 km pro Spiel die höchste Laufleistung aller Drittligisten. Dass sie im DFB-Pokal rustikal zur Sache gehen, belegen unter anderem die 437 gezählten Zweikämpfe in vier Partien – dritthöchster Wert aller Teilnehmer. Die Werkself sollte sich auf der Alm auf ein physisch hartes Duell einstellen. Das unterstreicht auch ein Blick auf die Anzahl der Fouls (58) und Gelben Karten (11) beim Halbfinal-Gegner. Hier wird die Arminia nur noch vom 1. FC Köln (66/15) übertroffen.
Und dennoch wäre es falsch, den DSC ausschließlich auf seine defensiven und kämpferischen Qualitäten zu reduzieren. In der aktuellen DFB-Pokalsaison hat er mit neun Treffern die viertmeisten Tore aller Teilnehmer erzielt. Allein vier dieser Treffer fielen nach Distanzschüssen. Marius Wörl ist mit fünf Punkten einer der besten Scorer im Pokal-Wettbewerb, ihm gelangen zwei Tore und drei Assists. In der 3. Liga stellt die Arminia in der Rückrunde mit 21 Treffern sogar das torgefährlichste Team.
Die U17 von Bayer 04 hat im Nachholspiel des 6. Spieltags in Liga B (Hauptrunde) der DFB-Nachwuchsliga beim DSC Arminia Bielefeld einen Punkt geholt. Die Gastgeber waren zum aus Leverkusener Sicht denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, wenige Sekunden vor dem Halbzeitpfiff, in Führung gegangen. Ivan Massek Bakotaken erzielte kurz Schluss mit einem feinen Freistoß jedoch den verdienten Ausgleich.
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