Die Bilanz könnte ausgeglichener nicht sein. In zehn Pflichtspielen gegen Atletico Madrid setzte es drei Siege (allesamt heim), vier Remis und drei Niederlagen. Auch das Gesamt-Torverhältnis ist mit -1 aus Sicht des Deutschen Meisters und Pokalsiegers nahezu ausgeglichen.
Wie sich die heutige Partie auf die Statistik auswirken wird, bleibt abzuwarten. Bei einem Blick auf die bisherigen direkten Duelle aber dürfen sich die Zuschauer auf intensive Zweikämpfe, große Emotionen und zwei Mannschaften in Topform freuen!
Beeindruckende 15 Pflichtspielsiege in Folge fuhr Atletico Madrid ein, ehe das Team von Cheftrainer Diego Simeone am vergangenen Wochenende bei Aufsteiger CD Leganes 0:1 unterlag. Die nun gerissene Siegesserie bedeutete Klubrekord für die Rojiblancos. „Wir hatten 15 wunderbare Spiele bis hierhin“, sagte Simeone nach dem Abpfiff am Samstagnachmittag. „Meine Mannschaft hat alles versucht, auch hier noch den Ausgleich zu erzielen. Aber heute sollte es einfach nicht sein.“ Atletico verlor dadurch die Tabellenführung in der spanischen LaLiga zwar wieder an Stadtrivale Real Madrid, zeigte sich dennoch in den vergangenen Wochen und Monaten in bestechender Form. Kurz vor Weihnachten war dem Simeone-Team unter anderem ein 2:1-Sieg beim FC Barcelona gelungen – der erste Auswärtserfolg bei den Katalanen seit 2006. Damit war Atletico als „Wintermeister“ in die kurze Pause gegangen.
Aber auch die Werkself tritt mit großem Selbstvertrauen im Estadio Metropolitano an. Der 3:1-Heimerfolg gegen Borussia Mönchengladbach vom vergangenen Wochenende war bereits der elfte Pflichtspielsieg in Folge - die längste Serie seit dem Bundesliga-Aufstieg 1979 nach den 14 Partien von September bis November 2023.
Einer, der bestens weiß, wie sich Duelle gegen Atletico Madrid anfühlen, ist Stefan Kießling. In drei der bisherigen zehn Spiele zwischen der Werkself und den Rojiblancos kam der heutige Bayer 04-Ehrenspielführer zum Einsatz. Im Rückspiel der Europa-League-Gruppenphase 2010/11 in der BayArena wurde der Torjäger zum Wiederanpfiff eingewechselt, es war sein erster Einsatz nach rund dreimonatiger Verletzungspause. Kießling hatte nach 70 Minuten die Vorlage für Patrick Helmes' Treffer zum 1:1-Endstand gegeben. „Das ist schon wirklich lange her, aber natürlich denkt man an eine Torbeteiligung in einem internationalen Spiel gegen einen Top-Gegner gern zurück“, so Kießling mit einem Schmunzeln.
Seine beiden weiteren Einsätze gegen Atletico Madrid ereigneten sich im Achtelfinale der Champions-League-Saison 2014/15. Beim 1:0-Heimsieg im Hinspiel kam Kießling in der Schlussphase aufs Feld, beim Rückspiel im altehrwürdigen Vicente Calderón war er dann eine der tragischen Figuren auf Seiten der Werkself. Nach einem 0:1 nach der regulären Spielzeit und der Verlängerung ging's ins Elfmeterschießen. Kießling trat als fünfter Leverkusener Schütze an, vor ihm hatten bereits zwei Madrilenen und zwei Leverkusener verschossen. „Ich war ein erfahrener Spieler und habe Verantwortung übernommen. Leider hat es an diesem Abend aber nicht sein sollen“, so Kießling über seinen Elfmeter übers Tor. „Wir hätten es verdient, weiterzukommen.“ Über die Duelle gegen Atletico, insbesondere in Madrid, sagt der heute 40-Jährige außerdem: „Die Atmosphäre dort ist immer hitzig, wirklich krass - vor allem damals im Elfmeterschießen.“
Nun also das (erneute) Aufeinandertreffen zwischen Atletico Madrid und Bayer 04 - dieses Mal natürlich ohne Stefan Kießling auf dem Platz. Er wird das Geschehen von der Tribüne aus verfolgen. Vor dem Anpfiff am Abend um 21 Uhr blickt bayer04.de auf die bisherigen Begegnungen.
Die ersten beiden Duelle fallen ein Stück weit aus der Reihe. Am 2. Spieltag der Europa League 2010/11 gastierte die Werkself erstmals bei Atletico Madrid, damals noch im Estadio Vicente Calderón. Das altehrwürdige Stadion war seit 1966 Heimat des Klubs. Bayer 04-Chefcoach Jupp Heynckes stand an jenem Abend allerdings nicht Atleticos Trainer-Legende Diego Simeone gegenüber, sondern dessen Vorvorgänger Quique Sánchez Flores. Letztlich gab es nach Toren von Eren Derdiyok (39.) und Atleticos Simao per Elfmeter (51.) keinen Sieger. Während bei den Spaniern unter anderem Diego Costa, Diego Forlan und Keeper David de Gea auf dem Platz standen, wurde auf Leverkusener Seite etwa der heutige Geschäftsführer Sport Simon Rolfes nach einer Stunde für Arturo Vidal eingewechselt.
Das Rückspiel in der BayArena kurz vor dem Weihnachtsfest 2010 verlief bei starkem Schneefall ähnlich: Patrick Helmes hatte in Hälfte zwei die Führung erzielt, der eingewechselte Fran Merida aber nur drei Minuten später den 1:1-Ausgleich und zugleich Endstand markiert. Nach dieser Partie beendete Bayer 04 die Gruppenphase mit zwölf Punkten aus sechs Spielen als Tabellenerster vor Aris Saloniki (Griechenland) und dem ausgeschiedenen Atletico Madrid. Für die Werkself war im Achtelfinale gegen den FC Villarreal, ebenfalls aus Spanien, Schluss.
Die nächsten Begegnungen ließen etwas mehr als vier Jahre auf sich warten – und fanden erstmals in der UEFA Champions League statt. Ende Februar 2015 empfing die Werkself den spanischen Topklub im Rahmen des Achtelfinal-Hinspiels. Es war auch der erste Besuch in der BayArena von Diego Simeone, der zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als drei Jahre im Amt war. Dank des Treffers von Hakan Calhanoglu aus der 57. Minute reisten der Argentinier und seine Mannschaft aber ohne Punkte zurück.
Rund drei Wochen später ging es dann in Madrid um den Einzug ins Viertelfinale. Da Atleticos Mario Suarez nach 27 Minuten das einzige Tor in der regulären Spielzeit erzielte und auch in der Verlängerung kein weiterer Treffer hinzukam, ging es ins Elfmeterschießen. In diesem vergaben die ersten beiden angetretenen Schützen, während im Anschluss zwei Madrilenen und Simon Rolfes in seinem persönlich letzten Duell gegen Atletico erfolgreich waren. Da in der Folge jedoch ein Leverkusener mehr verschoss, musste sich die Werkself aus der Champions League verabschieden. Die Karten-Bilanz aus Hin- und Rückspiel: 19 Gelbe Karten und eine Gelb-Rote Karte. Interessant: Bei den beiden Europa-League-Duellen 2010/11, damals auf Seiten Atleticos noch ohne Simeone, hatte es insgesamt lediglich fünf Gelbe Karten gegeben.
Zwei Champions-League-Saisons später ging es im Achtelfinale 2016/17 erneut gegen Atletico Madrid. Wieder bestritt man das Hinspiel in der BayArena – dieses Mal allerdings setzten sich die Spanier durch. Beim 2:4 aus Leverkusener Sicht war neben einem Eigentor außerdem noch Karim Bellarabi erfolgreich. Für Atletico trafen unter anderem Antoine Griezmann und Fernando Torres. Sieben Gelbe Karten standen nach Abpfiff zu Buche. Das Rückspiel drei Wochen später in der spanischen Hauptstadt endete torlos, sodass die Werkself erneut in der Runde der letzten 16 Teams ausschied.
Wieder Königsklasse, dieses Mal allerdings in der Gruppenphase der Saison 2019/20. Das Hinspiel im Oktober stieg im zwei Jahre zuvor eröffneten Estadio Metropolitano. Vor über 56.000 Zuschauern blieb die Begegnung lange offen, in der Schlussphase erzielte Alvaro Morata per Kopf das Tor des Tages gegen die Werkself um Keeper Lukas Hradecky, Jonathan Tah und Kai Havertz. Es sollte die bislang letzte Pleite gegen Atletico sein.
Zwei Wochen später kam es zum Rückspiel in der BayArena – und die Werkself war an diesem 4. Gruppenspieltag zum Punkten verdammt. Nach drei Niederlagen zum Start in die UCL-Saison sollte die Heimpartie gegen Atletico die Tür für das Überwintern in Europa öffnen. Ein Eigentor der Madrilenen kurz vor sowie ein Treffer von Kevin Volland kurz nach der Pause stellten die Weichen auf Sieg, Alvaro Morata konnte in der Nachspielzeit lediglich noch den Anschluss und 1:2-Endstand erzielen. Neben fünf Gelben wurde auch eine Rote Karte (Nadiem Amiri) in einer abermals intensiv geführten Partie verteilt. Im Anschluss folgte noch ein Dreier bei Lokomotive Moskau, sodass die Werkself als Gruppendritter in die UEFA Europa League rutschte. Dort war im Viertelfinale in einem coronabedingt leeren Stadion in Düsseldorf gegen Inter Mailand Endstation.
September 2022, wieder Champions League, wieder Gruppenphase. Lange sah es in der BayArena nach einem torlosen Remis aus – bis die Werkself in der Schlussphase doch noch zuschlug! Robert Andrich mit seinem ersten UCL-Tor in der 87. sowie Moussa Diaby drei Minuten später bescherten dem Team von Cheftrainer Gerardo Seoane einen – wie sich später herausstellte – enorm wichtigen Heimsieg.
Rückspiel, vorletzter Spieltag der Gruppenphase. Estadio Metropolitano, mehr als 63.000 Zuschauer. Zweimal war die Werkself in Führung gegangen (Moussa Diaby und Callum Hudson-Odoi), zweimal hatten die Madrilenen ausgeglichen. In den letzten Minuten versuchten beide Teams noch einmal, zu Chancen zu kommen, jedoch ohne Erfolg. So pfiff Schiedsrichter Clement Turpin beim Stand von 2:2 ab.
Doch dann erhielt der Referee einen Hinweis des VAR aufgrund eines vermeintlichen Handspiels von Piero Hincapie in der letzten Situation und entschied nach Ansicht der Videobilder auf Elfmeter für Atletico. Yannick Carrasco hatte damit die Chance auf das sichere Weiterkommen für sein Team auf dem Fuß – doch Lukas Hradecky hielt und war auch beim Nachschuss des Schützen mit Hilfe der Querlatte zur Stelle! Damit sicherte der Finne letztlich die Möglichkeit, anschließend in der UEFA Europa League anzutreten und dort bis ins Halbfinale vorzudringen. Ganz sicher war also auch dieses 2:2 in Madrid im Herbst 2022 ein Mosaikstein auf dem fantastischen Weg seither. „Das war ein Moment, der absolut zusammengeschweißt hat“, weiß auch Stefan Kießling, der damals in offizieller Rolle als Klub-Repräsentant selbst im Stadion dabei war...
Auch die sieben Gelben Karten aus der Partie, unter anderem für die beiden Cheftrainer Diego Simeone und Xabi Alonso, waren ein Indiz für die hohe Intensität und Emotionalität des Abends. Diese Merkmale wird sicherlich auch das heutige Spiel wieder aufweisen. Und möglicherweise steht am Ende ja der erste Auswärtssieg von Bayer 04 bei Atletico Madrid…
Im Achtelfinal-Hinspiel der UEFA Champions League 2024/25 gastiert die Werkself beim FC Bayern München. Das Auswärtsspiel steigt am Mittwoch, 5. März (Anstoß: 21 Uhr), in der Allianz Arena. Alle Infos zum Ticketverkauf für die Partie.
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Mehr zeigenDer Ticketverkauf für das nächste Heimspiel der Bayer 04-Frauen hat begonnen. Ab sofort sind Karten für die Bundesliga-Partie gegen den SV Werder Bremen am Sonntag, 16. März, 14 Uhr, im Ulrich-Haberland-Stadion für jedermann verfügbar. Alle Infos im Überblick.
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