Sie lieben ja den großen, dramatischen Auftritt: 90. +1, 90. +6, 90. +11 – drei Tore in der Nachspielzeit brachten das Estadio Metropolitano am vergangenen Mittwochabend zum Kochen. Diese Schlussphase zwischen Atlético Madrid und dem FC Porto dürfte als eine der irrwitzigsten in die Champions-League-Historie eingehen. Elf Minuten Spektakel entschädigten für zuvor anderthalb Stunden eher magere Fußballkost. Über weite Strecken der Partie war den Rot-Weißen offensiv nicht viel eingefallen. Dann überschlugen sich in der langen Nachspielzeit die Ereignisse. Mario Hermoso brachte die Hausherren mit einem abgefälschten Schuss in Führung, verschuldete fünf Minuten später einen Handelfmeter, den Portos Uribe zum Ausgleich verwandelte. Antoine Griezmann setzte schließlich per Kopfball den Schlusspunkt in einem verrückten Spiel. Schon im Vorjahr war es zwischen beiden Mannschaften in der Gruppenphase der Champions League hoch hergegangen. Vier Rote Karten in zwei Spielen – und auch beim 3:1-Sieg von Atléti in Porto fielen ab der 90. Minute noch drei Treffer.
In der spanischen La Liga feierte das Team von Trainer Diego Simeone am vergangenen Samstagabend am 5. Spieltag den ersten Heimsieg. 4:1 gewann Atlético gegen Celta Vigo und schob sich damit nach durchwachsenem Saisonstart wieder näher an die Spitzenränge heran. Nach einem 3:0-Auftaktsieg beim FC Getafe verloren die Colchoneros anschließend ihr erstes Heimspiel gegen Villarreal (0:2). Es folgten ein 1:0-Sieg beim FC Valencia und ein 1:1 bei Real Sociedad. Alvaro Morata (3) und Antoine Griezmann (2) waren bis dahin die einzigen Torschützen der Rot-Weißen. Bei der gelungenen Generalprobe vor dem Duell in Leverkusen trafen nun erstmals in dieser Saison auch Angel Correia (9.), Rodrigo de Paul (50.) und Yannick Carrasco (66.). Für den 4:1-Endstand sorgte ein Eigentor von Celta Vigos Nunez (82.). Zumindest vorübergehend kletterte Atlético in der Tabelle damit auf Platz vier.
Sechs Wechsel in der Startelf nahm Simeone am vergangenen Wochenende gegen Celta Vigo im Vergleich zum Spiel gegen den FC Porto vor. Für Torhüter-Legende Jan Oblak, der sich nicht wohlfühlte, stand Ivo Grbic im Kasten. Kapitän Koke, der schon seit zwölf Jahren für die Rot-Weißen spielt und acht Titel mit ihnen gewann, erhielt zunächst ebenso eine Pause wie Stürmer-Star Joao Felix, der teuerste Transfer der Klubgeschichte. Der bislang immer gesetzte Mittelfeldakteur Marcos Llorente kam gar nicht zum Einsatz. Antoine Griezmann, der französische Nationalheld, wurde wie immer in dieser Saison erst nach gut einer Stunde eingewechselt. Das hat einen besonderen Hintergrund: Sollte Atlético den vom FC Barcelona ausgeliehenen Weltmeister von 2018 in über der Hälfte aller Spiele mehr als 45 Minuten einsetzen, müsste er Griezmann für eine hohe, festgeschriebene Summe kaufen. So steht es in einer Klausel des zweijährigen Leihvertrages. Weil Atlético in der vergangenen Saison schon einiges vom fixierten „Zeitbudget“ für den Franzosen verbraucht hat, können die Rojiblancos ihren Torjäger nur sporadisch einsetzen. So wird Griezmann eben meistens um die 62. Minute herum eingewechselt – und war als Joker in der Liga bisher schon zweimal erfolgreich sowie zuletzt auch in der Champions League beim FC Porto der entscheidende Mann. Überhaupt ist die Bilanz des Franzosen in der Königsklasse beeindruckend: In 35 Spielen für Atlético in der Gruppenphase war er an 28 Toren beteiligt (20 Treffer, 8 Assists).
Im Angriff ist der Traditionsklub trotz des Abgangs von Luis Suarez, der nach Uruguay zurückkehrte, ohnehin stark besetzt. Alvaro Morata, zuletzt an Juventus Turin ausgeliehen, präsentiert sich in Top-Form, erzielte schon drei Saisontore und hatte zuvor gleich dreimal in einer Freundschaftspartie gegen Juve getroffen. Joao Felix glänzt bisher zwar nur als zuverlässiger Vorbereiter (drei Assists), kann aber jederzeit Spiele im Alleingang entscheiden. Der Argentinier Angel Correa war in der vergangenen Saison mit zwölf Treffern (fünf Assists) erfolgreichster Torschütze der Colchoneros. Neu im Team ist unter anderem Axel Witsel. Der Ex-Dortmunder soll für mehr Stabilität in der Defensive sorgen und wird von Simeone meist in der Dreier- oder Fünferkette eingesetzt. Auf den Außenbahnen zählten zuletzt Nahuel Molina, 22-jähriger Neuzugang von Udinese Calcio, und der Belgier Yannick Carrasco zum Stammpersonal.
Robuste Defensivarbeit und schnelles Konterspiel sind seit jeher die Stärken von Atlético. Wenn sie den Turbo einlegen, sind die Rot-Weißen schwer zu verteidigen. Das bekam auch Celta Vigo zu spüren. Die Treffer zum 1:0 und 3:0 krönten zwei blitzartig vorgetragene Angriffe, die direktes Passspiel und hohe individuelle Klasse (Carrasco) kombinierten. Von wegen nur knallhart verteidigende Malocher. Das Team von Trainer-Ikone Simeone verfügt über große spielerische Qualität. Kampf und Einsatz sind aber nach wie vor deren Grundlage.
In der vergangenen Saison kassierte Atléti unerwartet viele Gegentore: 43 Treffer musste das Team hinnehmen, im Vergleich zu 25 im Meisterjahr 2020/21. Selbst beim 4:1 gegen Celta Vigo offenbarte die Abwehr einige Schwächen, lud den Gegner durch eklatante Fehlpässe immer wieder zu hochkarätigen Chancen ein. In einigen Partien zuvor hatte auch die Chancenverwertung der Madrilenen zu wünschen übriggelassen.
Keine Frage, Atlético ist einer der Favoriten in Gruppe B. Der elfmalige spanische Meister und dreimalige Europa-League-Sieger (2010, 2012, 2018), der 2014 und 2016 jeweils im Champions-League-Finale dramatisch am Stadtrivalen Real scheiterte, hat auch in dieser Saison wieder einen exzellenten Kader. Ob allerdings die bis dato nicht immer sattelfeste Abwehr höchsten internationalen Ansprüchen genügt, wird sich zeigen müssen. Als unangenehmer Gegner dürfte sich das Simeone-Team jedenfalls auch am Dienstagabend in der BayArena präsentieren.
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