Nach Bayern ist vor Bayer, ein Topspiel folgt auf das nächste: Sieben Tage nach dem 0:4 beim Spitzenreiter aus München empfängt der Tabellendritte Eintracht Frankfurt an diesem Samstagabend zu Hause den Tabellenzweiten und Doublesieger aus Leverkusen. Und noch einmal sechs Tage später geht’s im Achtelfinale der UEFA Europa League nach Amsterdam zum Hinspiel beim AFC Ajax, dem Tabellenführer der niederländischen Eredivisie. Höchste Anforderungen also an die SGE, national wie international. Dass der Start in die Festspielwochen misslang, ist abgehakt und kein Beinbruch. In München habe man Lehrgeld bezahlen müssen, gab Eintracht-Cheftrainer Dino Toppmöller nach dem 0:4 beim Rekordmeister unumwunden zu. „Die Herangehensweise war, dass wir mutig auftreten, auch mit Ball. Allerdings haben wir dann die Grenze von Mut zu Naivität das eine oder andere Mal zu oft überschritten und den Gegner teilweise eingeladen, Tore zu schießen“, analysierte Toppmöller. Dennoch lobte der 44-Jährige sein Team: „Ich bin stolz auf die Jungs. Die jungen Spieler haben riesige Entwicklungsschritte gehen können.“ In München hatte seine Startelf auch aufgrund einiger verletzungsbedingter Ausfälle einen Altersschnitt von 23,59 Jahren – und war damit eine der jüngsten Frankfurter Mannschaften der vergangenen vier Jahrzehnte.
Die Niederlage beim FC Bayern kann die Eintracht durchaus verschmerzen. Denn bislang läuft die Saison hervorragend für sie. Mit 42 Punkten nach 23 Spielen haben die Adler nur einen Zähler weniger als bei ihrem Vereinsrekord in den Jahren 1978/79 und 1989/90, in denen sie umgerechnet auf die 3-Punkte Regel zum selben Zeitpunkt auf jeweils 43 Punkte kamen. Lediglich im Dezember vergangenen Jahres durchlief die Eintracht eine kleine Schwächephase, in der sie wettbewerbsübergreifend fünf Spiele in Folge sieglos blieb (vier Niederlagen, ein Remis), darunter das Aus im DFB-Pokal bei RB Leipzig (0:3). Die Niederlage in München war nun die erste in der Liga im neuen Kalenderjahr.
Innenverteidiger Tuta wird der Eintracht gegen die Werkself gelbgesperrt fehlen. Der Brasilianer verpasste bislang erst zwei Spiele in dieser Saison – beide verlor Frankfurt. Ob Robin Koch am Samstag wieder ins Abwehrzentrum zurückkehren kann, bleibt noch abzuwarten. Der deutsche Nationalspieler hatte sich Anfang Februar beim 1:1 gegen Wolfsburg ein Band in der linken Schulter gerissen und konnte erst am vergangenen Mittwoch erstmals wieder mit der Mannschaft trainieren. Sollte es für einen Einsatz gegen Bayer 04 noch nicht reichen, könnte Arthur Theate in die Mitte rücken. Neben Torhüter Kevin Trapp dürfte auch Rasmus Kristensen in der Abwehr gesetzt sein. Im Mittelfeld stehen Mario Götze und Ellyes Skhiri wieder als Startelfkandidaten zur Verfügung. Beide saßen in München zunächst auf der Bank, weil sie nach einer Erkältung (Götze) bzw. Rippenverletzung (Skhiri) noch nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte waren. Weiterhin ausfallen wird Stürmer Igor Matanovic (Fußverletzung).
Denkbar ist, dass Trainer Dino Toppmöller gegen die Werkself im Angriff erstmals Winterneuzugang Elye Wahi von Beginn an bringen wird. Der 22 Jahre alte Franzose wechselte von Olympique Marseille an den Main und kam bislang bei seinen drei Einsätzen immer von der Bank. Ebenfalls neu bei der Eintracht ist der belgische Stürmer Michy Batshuayi. Der 31-Jährige kam Anfang Februar von Galatasaray Istanbul und stand wenige Tage nach seiner Verpflichtung beim 1:1 in Mönchengladbach gleich neben Hugo Ekitiké in der Startelf. Batshuayi spielte unter anderem 2018 für ein halbes Jahr bei Borussia Dortmund und erzielte für den BVB in 14 Partien neun Treffer. Er soll gemeinsam mit Wahi die Lücke schließen, die der im Winter zu Manchester City gewechselte Top-Torjäger Omar Marmoush hinterlassen hat. „Michy bringt nicht nur eine starke Torquote, sondern auch reichlich Erfahrung mit, weil er so gut wie jede große europäische Liga kennengelernt hat – nicht zuletzt auch die Bundesliga", sagt Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche. „Er verfügt über die nötige Robustheit und Wettkampfhärte. Wir trauen ihm zu, schnell eine wichtige Rolle in unserem jungen Team zu übernehmen."
Den Abgang von Omar Marmoush zu kompensieren, wird dennoch nicht einfach sein. Der Ägypter hatte in der Hinrunde 15 Liga-Treffer erzielt und zehn weitere vorbereitet. Der Wechsel des Torgaranten in die Premier League spülte viel Geld in die Kasse, ist aber sportlich ein herber Verlust für die Adler. Michy Batshuayi und Elye Wahi werden ihre Zeit brauchen, um die erhofften Verstärkungen zu werden. In der Vergangenheit hat die Eintracht freilich gerade bei der Verpflichtung von Stürmern meist ein sehr gutes Händchen bewiesen.
Zuletzt fehlte den Frankfurtern in einigen Partien die Genauigkeit im Passspiel. „Wir waren technisch nicht sauber genug, nicht klar genug in unserem Offensivspiel“, kritisierte Toppmöller etwa nach der deutlichen Niederlage in München. Und Sportvorstand Krösche bemängelte die fehlende Tiefe im eigenen Spiel.
Die Eintracht bringt viel Tempo mit. Die Offensivkräfte Ansgar Knauff, Hugo Ekitiké, Jean-Matteo Bahoya und Winter-Neuzugang Elye Wahi sind allesamt extrem schnell unterwegs und können mit ihren Tiefenläufen und Eins-gegen-Eins-Duellen für viel Gefahr sorgen. Ekitiké ist nach dem Weggang von Omar Marmoush nun mit zwölf Treffern und vier Assists erfolgreichster Scorer im Team. Als Mastermind im offensiven Mittelfeld ist Weltmeister Mario Götze derzeit unersetzlich für die Adler. Er gibt dem sehr jungen Team mit seiner Erfahrung den nötigen Halt. An seiner Seite blüht in dieser Saison der erst 19 Jahre alte Can Uzun auf, der meist über die linke Seite kommt und mit vier Treffern auch seine Abschlussqualitäten schon unter Beweis gestellt hat. Mit 49 Toren ist die Eintracht nach dem FC Bayern (69) und Bayer 04 (51) die offensivstärkste Mannschaft der Liga. Und kein Wunder, dass die Eintracht, die über so viele Hochgeschwindigkeits-Fußballer verfügt, die meisten Kontertore (8) aller Bundesliga-Teams erzielt hat. Zudem hat die SGE an ihrer einstigen Standardschwäche gearbeitet. In der aktuellen Saison erzielten die Adler bereits 13 Treffer nach ruhenden Bällen – in der vergangenen Spielzeit waren es zum selben Zeitpunkt nur vier Standardtore. Allerdings war allein Omar Marmoush an neun der aktuell 13 Standardtore beteiligt.
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